Gemälde und altes Spielzeug

(Siegener Zeitung, 08.März 2006)

Zwei Ausstellungen im Heimatmuseum Neunkirchen

sz Neunkirchen. Der Heimatverein Neunkirchen präsentiert jetzt im Museum am Leyhof zeitgleich zwei Ausstellungen. An den Wochenenden 11./12. und 18./19. März werden Malereien von Bernd Hasch aus Mühlheim a.d. Ruhr sowie altes Spielzeug aus der Sammlung von Eckhard Kühn aus Werl gezeigt.
Der Künstler und Autor Bernd Hasch zeigt unter dem Titel »Impressionen« eine Auswahl seiner Bilder.
Der 1943 in Königsberg/Ostpreußen geborene Unternehmensberater hat sich mit dem selbstverordneten Vorruhestand die Möglichkeit geschaffen, nur noch interessante Aufgaben im Beruf zu übernehmen und sich mehr Zeit zu gönnen, alte Hobbies zu intensivieren und neue Neigungen auszuprobieren, wozu auch die Schriftstellerei gehört. Ölmalerei hingegen ist seit mehr als 20 Jahren das Hobby von Bernd Hasch. Die Baleareninsel Ibiza ist der zweite Wohnsitz des Künstlers, hier entstehen viele seiner Impressionen. Ein völlig anderes Hobby hat Eckhard Kühn, Sohn des früheren Realschullehrers Karl Kühn, der in seiner Jugend viele Jahre im Leyhof gewohnt hat. Er sammelt seit vielen Jahren Blechspielzeuge und Aufstellfiguren aus seiner Kinderzeit. Mittlerweile hat der heute in Werl lebende Neunkirchener eine so umfangreiche Sammlung zusammengetragen, dass er historische Szenen aus vielen Epochen darstellen kann. Ob Römer, Mittelalter, Neuzeit oder Karl May – Spielzeugfreunde sollten laut Pressenotiz des Heimatvereins unbedingt die Ausstellung im Heimatmuseum Neunkirchen besuchen.
Zu sehen sind die Ausstellungen Impressionen von Bernd Hasch und Spielzeug von Eckhard Kühn zeitgleich im Museum des Freien Grundes in Neunkirchen jeweils von 14 bis 18 Uhr. Führungen nach Vereinbarung sind ebenfalls möglich, Informationen unter Tel. 02735/760126.

Böse Überraschungen

BUCH / Bernd Hasch hat einen Kriminalroman geschrieben, in dem auch die Schloßstraße vorkommt.

Geschrieben hat Bernd Hasch immer schon. Doch meistens waren es Gutachten oder Beiträge für Fachzeitschriften und andere Fachliteratur, die aus der Feder des 62-jährigen Diplom-Ingenieurs kamen. Jetzt hat der selbstständige Unternehmensberater einen Kriminalroman geschrieben und im Oldenburger Schardt-Verlag veröffentlicht.

Mysteriöse Umstände

"Wo ist Angela?" ist ein kurzweiliger und spannender Kriminalroman, in dem sich Liebe, Leidenschaft, Verbrechen, Unterwelt-Milieu und Lokalkolorit miteinander vermischen. Die Geschichte rund um die verflossene Schulliebe des Architekten Michael Sanders, die nach der Entführung und Ermordung ihrer Tochter Sarah unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, spielt vor allem in Essen und Würzburg, am Rande aber auch in Mülheim. Hier auf der Schloßstraße betreibt Georg Langsiepen, ein Schulfreund von Sanders, seine Anwaltspraxis. Georg hilft seinem Freund Michael bei der Suche nach Angela und dabei, den Verdacht zu entkräften, er selbst könne etwas mit dem Verschwinden Angelas zu tun haben.
"Ein Krimi muss flüssig und verständlich geschrieben sein. Er darf nicht so kompliziert sein, dass man den roten Faden verliert, sobald man auch nur eine Zeile überlesen hat. Und natürlich muss in der Handlung auch eine Überraschung drin sein", findet Hasch. Auch sein Romanheld Sanders, der wie der Autor selbst beruflich viel unterwegs ist, erlebt auf 232 Seiten manch böse Überraschung und muss sich fragen, ob er vielleicht der Vater der missbrauchten und ermordeten Sarah sein könnte und ob er seine Schulliebe Angela wirklich so gut kannte, wie er glaubte. Hasch selbst ließ sich beim Schreiben unter anderem von der Lektüre der Kurzkrimis aus der Ellery-Queen-Reihe inspirieren, in der auch so berühmte Autoren wie Dashiel Hammett oder Raymond Chandler veröffentlichten. Hasch ist überzeugt, dass die Kernidee eines Krimis kurz, knackig und auf maximal zehn Seiten zu beschreiben sein muss. Das ist ihm offensichtlich gelungen, stieß er doch mit seinen per E-Mail eingesandten Kurzexposes beim auf Regionalkrimis spezialisierten Schardt-Verlag auf Gegenliebe. Dass sein Buch aber nicht nur über zehn, sondern über mehr als 200 Seiten gut zu lesen ist, hat mit den Charakter-, den Situations- und Milieubeschreibungen zu tun, die das Flair des Kriminalromans ausmachen. "Menschen zu beschreiben habe ich von meiner Frau gelernt", erzählt Hasch. Seine Frau Evelynn, die als Lehrerin am Gymnasium Broich unterrichtet, war es auch, die ihn vor sechs Jahren nach Mülheim ziehen ließ. Sie hat das jetzt erschienene Buch nicht nur als Haschs Vorlektorin begleitet, sondern schmückt mit ihrem Gesicht auch dessen Cover. Seine neue Wahlheimat beschreibt der in Königsberg geborene, in Ostdeutschland aufgewachsene Unternehmensberater, der nicht nur schreibt, sondern auch malt, als "freundliche, offene und liebenswerte Stadt".

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